Renaler Bluthochdruck

Bluthochdruck

Der renale Bluthochdruck ist eine Form von Bluthochdruck, die durch eine Erkrankung der Nieren oder der Nierenarterien verursacht wird.

Oft bleibt er über Jahre unbemerkt, kann aber sowohl die Nieren als auch das Herz schädigen.

Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um Niereninsuffizienz und Herz-Kreislauf-Komplikationen zu vermeiden.

Was ist renaler Bluthochdruck?

Der renale Bluthochdruck (auch sekundärer Bluthochdruck genannt) entsteht, wenn die Nieren oder ihre Blutgefässe nicht richtig funktionieren.

Die Nieren regulieren den Flüssigkeits- und Salzhaushalt sowie den Blutdruck über Hormone wie Renin.

Wenn der Blutfluss zu den Nieren abnimmt oder die Nieren geschädigt sind, wird zu viel Renin freigesetzt – der Blutdruck steigt.

Man unterscheidet zwei Hauptformen:

Renovaskulärer Bluthochdruck

Renovaskulärer Bluthochdruck

Verursacht durch eine Verengung (Stenose) einer oder beider Nierenarterien.

Parenchymatöser Bluthochdruck

Parenchymatöser BLuthochdruck

Folge von chronischen Nierenerkrankungen wie Glomerulonephritis oder diabetischer Nephropathie.

Symptome und Warnzeichen

Bluthochdruck

In den meisten Fällen verursacht der renale Bluthochdruck keine spezifischen Beschwerden.

Er kann jedoch vermutet werden, wenn:

  • Der Blutdruck sehr hoch oder schwer einstellbar ist.

  • Der Kreatininwert nach Beginn bestimmter Medikamente (z. B. ACE-Hemmer oder Sartane) ansteigt.

  • Eiweiss im Urin (Proteinurie) oder andere Auffälligkeiten im Urin auftreten.

  • Eine Grössenunterschied der Nieren oder ein abdominelles Strömungsgeräusch festgestellt wird.

  • Bei fortgeschrittener Erkrankung: Kopfschmerzen, Sehstörungen, Müdigkeit oder Schwellungen.

⚠️ Wichtig: Bei therapieresistentem Bluthochdruck (trotz drei oder mehr Medikamenten) sollte immer eine Nierenursache ausgeschlossen werden.

Ursachen und Risikofaktoren

  • Stenose der Nierenarterien (durch Atherosklerose oder fibromuskuläre Dysplasie)

  • Chronische Nierenerkrankung

  • Glomerulonephritis oder diabetische Nephropathie

  • Langzeitgebrauch von Schmerzmitteln (NSAR) oder anderen nierenschädigenden Substanzen

  • Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen

  • Rauchen und Übergewicht

  • Höheres Alter oder familiäre Vorbelastung

Wie wird renaler Bluthochdruck diagnostiziert?

Die Diagnose beruht auf einer Kombination aus klinischer Untersuchung, Laborwerten und Bildgebung:

  • Blutuntersuchung: Kreatinin, eGFR, Elektrolyte

  • Urinanalyse: Nachweis von Eiweiss, Blut oder auffälligem Sediment

  • Doppler-Ultraschall der Nierenarterien: Beurteilung des Blutflusses

  • CT- oder MR-Angiographie: Nachweis von Verengungen oder Fehlbildungen

  • Szintigraphie: Bestimmung der Durchblutung und Funktion beider Nieren

  • Reninspiegel im Blut: in bestimmten Fällen zur Ursachenabklärung

Der Nephrologe entscheidet, welche Tests erforderlich sind.

Behandlung und Verlaufskontrolle

Ziele der Behandlung sind:

Blutdruckkontrolle, Erhalt der Nierenfunktion und Verringerung des Herz-Kreislauf-Risikos.

1. Medikamentöse Therapie

  • Auswahl geeigneter blutdrucksenkender Medikamente unter Berücksichtigung der Nierenfunktion

  • Kontrolle von Blutzucker und Cholesterin

  • Salz- und fettarme Ernährung

  • Vermeidung nierenschädigender Medikamente (z. B. Schmerzmittel, Kontrastmittel)

2. Interventionelle oder chirurgische Therapie

  • Bei ausgeprägter Stenose der Nierenarterie:
  • Angioplastie (Erweiterung der Arterie mit oder ohne Stent)

  • In Einzelfällen operative Gefäßrekonstruktion

3. Regelmässige Nachsorge

  • Überwachung von Blutdruck und Nierenwerten

  • Kontrolle von Gewicht, Lipiden und Herzgesundheit

  • Anpassung der Therapie bei Bedarf

Vorbeugung und Selbsthilfe

  • Regelmässige Blutdruckmessung, mindestens einmal jährlich

  • Rauchstopp und massvoller Alkoholkonsum

  • Gesunde Ernährung: wenig Salz, frische Lebensmittel

  • Körperliche Bewegung: regelmässiges, moderates Training

  • Kontrolle von Blutzucker und Cholesterin

  • Keine Selbstmedikation mit Schmerzmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln

  • Regelmässige Blutdruckmessung, mindestens einmal jährlich

  • Rauchstopp und massvoller Alkoholkonsum

  • Gesunde Ernährung: wenig Salz, frische Lebensmittel

  • Körperliche Bewegung: regelmässiges, moderates Training

  • Kontrolle von Blutzucker und Cholesterin

  • Keine Selbstmedikation mit Schmerzmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln

Häufige Fragen (FAQ)

Kann renaler Bluthochdruck geheilt werden?

Das hängt von der Ursache ab. Wird eine Verengung rechtzeitig behandelt oder die Nierenerkrankung kontrolliert, kann sich der Blutdruck deutlich verbessern.

Beim renalen Bluthochdruck liegt eine konkrete Nierenursache vor, während der essentielle Bluthochdruck keine erkennbare Ursache hat.

 

Durch Medikamente, und wenn nötig, mittels Angioplastie oder Stent-Implantation.

 

Unbehandelter renaler Bluthochdruck kann zu Nierenversagen, Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.

 

Eine salzarme, ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, wenig tierischem Eiweiss und gesunden Fetten.

 

Ja, sofern keine medizinischen Gegenanzeigen bestehen. Regelmässige Bewegung hilft, den Blutdruck zu stabilisieren und das Herz zu stärken.

 

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